Das Jahr 2018 hat uns mit seiner Trockenheit einen kleinen Vorgeschmack dessen vor Augen geführt, was kommt, wenn die Klimakrise voranschreitet. Wir müssen in den nächsten 12 Jahren 66 % unserer CO2-Emissionen reduzieren, um den Zielen der Klimaschutzkonferenz in Paris zu entsprechen. Trotzdem wird die Energiewende weiter gebremst. Unser Wirtschaftsminister Herr Altmeier hat im Verborgenen zum Jahreswechsel eine Sonderkürzung für Solaranlagen vorbereitet und dann im Eiltempo durchgeboxt. Die Bundesregierung versucht weiterhin, den Ausbau Erneuerbarer Energien zu begrenzen. Spätestens mit dem Instrument der Ausschreibungsregelungen für Wind- und Solarenergie wurde dem Ausbau der Erneuerbaren jegliche Dynamik genommen. So verlieren wir wertvolle Zeit und verpassen Chancen, Neues zu gestalten.

Während wir uns vom Feinstaub der verfehlten Verkehrspolitik paralysieren lassen, ist es die nächste Generation, die die Welt wachrüttelt: Die junge Schwedin Greta Thunberg bringt es so klar auf den Punkt, wie selten jemand zuvor. Sie sagt: "Was wir jetzt tun oder nicht tun, wird mein ganzes Leben beeinflussen. Und was wir tun oder nicht tun, können meine Generation und ich nicht ungeschehen machen." Wir sehen uns als Teil dieser Generation und halten das Nichtstun unserer Regierung kaum aus. Deshalb sagen wir es mit den Worten von Greta: "Ja, wir brauchen Hoffnung. Natürlich brauchen wir sie. Aber die eine Sache, die wir mehr brauchen als Hoffnung, ist Handeln. Wenn wir anfangen zu handeln ist die Hoffnung überall." Hier Gretas ganze Rede.

Als Heidelberger Energiegenossenschaft haben wir uns dem Handeln verschrieben und setzen seit 2010 die Energiewende um – denn wenn wir das nicht hier und jetzt tun, wird es zu spät sein. Und so gibt es viel Positives zu berichten: Nicht nur der Hambacher Forst hat dieses Jahr den RWE-Braunkohlebaggern ein Schnippchen geschlagen, auch wir haben allen Widrigkeiten zum Trotz 2018 das Jahr mit dem größten Wachstum unserer Genossenschaft realisiert. Es wurden drei große Solarprojekte mit insgesamt rund 566 kWp Solarleistung installiert: Die Solaranlage auf dem Bauhof in Ladenburg inklusive E-Ladesäule für den städtischen Elektro-Transporter. Unser integriertes Quartierskonzept mit Solar-Mieterstrom, Speicher, Elektroladesäulen und intelligenter Laststeuerung. Die Ladesäule wurde von der Stadt Heidelberg gefördert und das ganze Konzept mit dem Contracting-Preis Baden-Württemberg prämiert. Damit zeigen wir prototypisch, wie die Kombination von Solarenergie, Elektromobilität und vor-Ort-Versorgung der Zukunft aussieht. Und zu guter Letzt haben wir unsere zweitgrößte Photovoltaikanlage auf der Reitanlage in Straßenheim realisiert, aus der alle mit Sonnenstrom versorgt werden, die unseren Bürgerstrom beziehen. Eine Beteiligung an diesem Projekt ist noch möglich.

Unsere Solaranlage in Straßenheim

Unser Vorstand wurde durch Laura verstärkt, wodurch wir eine engagierte Mitstreiterin hinzugewonnen haben, durch deren Mitarbeit wir noch mehr nach außen wirken können. Unsere Sonnenstadt-Kampagne hat die Bekanntheit unserer Genossenschaft deutlich gesteigert und das Thema Solarenergie stärker ins Bewusstsein gerückt. Wir stehen für die Energiewende zum Anfassen: So haben wir bei unserem Sommerfest gemeinsam mit vielen neugierigen Menschen die Quartiersversorgung eingeweiht. Bei einem spannenden Informationstag konnten wir vielen Menschen E-Mobilität in Form von E-Bikes, E-Roller und diversen E-Autos näherbringen.

All das hat dazu beigetragen, dass wir als Bürgerenergieprojekt des Jahres 2018 ausgezeichnet wurden. An dieser Stelle gilt allen unseren Mitgliedern unser großer Dank - ohne Sie wäre das nicht möglich gewesen. Doch darauf wollen wir uns nicht ausruhen, sondern 2019 weitere Projekte für eine schnelle und gelungene Energiewende in Bürgerhand auf den Weg bringen. Wir hoffen, dass Sie uns weiter dabei unterstützen und wie viele neue Mitglieder in unserer Gemeinschaft begrüßen können!

Ihre Vorstände der Heidelberger Energiegenossenschaft
Laura Zöckler, Nicolai Ferchl und Andreas Gißler

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Das HEG-Wäldchen ist mittlerweile auf 3960 Bäumchen angewachsen

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